Hauptquartier
Kopf - Kino, live

Seit zehn Jahren wohne ich in Berlin und kenn mich mittlerweile ganz gut aus. Mich selber kannte ich nach vierzig Jahren weniger gut. Wie konnte das sein? Ich wusste weder wo Mitte ist, noch kannte ich die teure Einkaufsmeile, die mich so einiges kostete. Ich beschloss also aufzubrechen und nachzusehen in meinem Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Und was glauben Sie, was ich dort vorgefunden habe? Ganz genau. Den Wilden Westen:

Der Barmann stand hinterm Tresen und häkelte! Ein völlig planloser Sheriff stürmte in den Saloon und versuchte für Ordnung zu sorgen, als ich mir aus Versehen in den Fuß schoss. Offenbar hatte ich nichts im Griff. Hatte mich etwas im Griff? Auf der Suche nach einer Antwort, beging ich den ultimativen Einbruch in meinen Kopf. Doch mit dem, was ich dort antraf, hatte ich nicht gerechnet. Den eigenen Kopf zu übernehmen, wurde schwieriger als gedacht. An einem heißen Tag, so gegen high noon, sollte sich alles entscheiden...
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Mit: Melanie Haupt, einer Ukulele, Jonathan Bratoëff an zwei Gitarren und einem Bass
Text und Musik: Melanie Haupt
Illustration: Sven Höffer

"Es herrscht die blanke Anarchie, wenn unter der Schädeldecke ein Kampf um die Vorherrschaft tobt und Ohr- und Augenzeugin Melanie hat alle Mühe, ihre eigene Gedankenwelt zu verstehen und ihr zu folgen. Das ist aber weiter nicht schlimm, der Abend hat ein augenzwinkerndes Happy-End. Das wird mit viel Applaus belohnt - und den hat sich Melanie Haupt durch eine unglaublich facettenreiche Spielweise verdient. Die mehr als ein Dutzend Charaktere allesamt aufzuzählen, sprengt den Rahmen. Doch wie Haupt dem Ernst, der Angst, der Naivität oder dem Entsetzen im rasanten Rollenwechsel mimisch und gestisch eine Persönlichkeit gibt, das ist ganz große Kunst." Martin Horn,
NGZ online


Ein Zusammenschnitt aus der Premiere am 25.11.2016


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